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Das Gewebeeisen kann mit Hilfe einer Reihe von bildgebenden Verfahren dargestellt und quantifiziert werden, darunter MRT [22-24], SQUID [25-28], Computertomographie [29-32] und Kernresonanzstreuung [33, 34]. Bis auf die MRT sind diese Methoden noch im Prüfstadium und stehen in der allgemeinen klinischen Praxis nicht zur Verfügung.
Die Magnet-Resonanz-Tomographie (Magnetic Resonance Imaging - MRI) ist eine nicht-invasive, quantitative Methode zur Schätzung parenchymatöser Eisenspiegel. Die MRT misst die Eisenkonzentration im Gewebe indirekt durch Ermittlung der paramagnetischen Einflüsse des Speichereisens (Ferritin und Hämosiderin) auf das Protonen-Resonanzverhalten des Gewebswassers [35]. Die longitudinalen (R1) und transversalen (R2) nuklearmagnetischen Relaxationsraten der benachbarten Wasserprotonen des Lösungsmittels können dann berechnet werden. Die R1- und R2-Raten sind bei der Interaktion mit paramagnetischen Partikeln wie Eisen erhöht. R2 (oder Spin-Echo-Bildgebung) wird zur LIC-Bestimmung vorgezogen; Ferritin verbessert die R1- und R2-Relaxation, während Hämosiderin einen stark beschleunigenden Einfluss ausschließlich auf die R2-Relaxation hat. Gradient-Echo-Bildgebung produziert Bilder zur Berechnung von T2* und R2*, wobei R2* = 1000/T2*. Daher ist ein T2* von 20 ms äquivalent mit einem R2* von 50 Hz.
Beurteilung des Lebereisens
Mit MRT erhaltene Lebereisenkonzentrationen weisen eine gute Korrelation mit Leberbiopsieergebnissen auf [36-38]. Weiterhin hat MRT im Gegensatz zur Leberbiopsie die Fähigkeit, das gesamte Organ zu beurteilen. Die LIC-Messung mittels MRT ist daher möglicherweise genauer, insbesondere bei Patienten mit heterogenem Eisengehalt. Außerdem kann der pathologische Leberstatus auch mit der MRT beurteilt werden.
Korrelation zwischen R2 (MRT) und Leberbiopsie

Die durchgehende Linie ist die Kalibration, die durch Kurvenanpassung an die Daten bestimmt wurde. Fehlerbalken stellen die ±19 % Unsicherheiten für die Biopsiemessung von durchschnittlichen LICs dar. Dieser Prozentsatz wurde in Studien der LIC-Heterogenität bei nicht-fibrotischen Lebern bestimmt. Die gestrichelten Linien zeigen die 95 % Limits of Agreement (LOA) zwischen R2-LIC und LIC, die durch Biopsie erhalten wurden. Hohe Sensitivitäts- und Spezifitätsniveaus wurden an verschiedenen klinischen wichtigen Schwellen beobachtet. Die Sensitivität von R2 beginnt im Vergleich mit der Biopsie bei höheren LICs abzunehmen, zum Teil aufgrund des Anstiegs des Biopsie-Stichprobenfehlers bei hohen LICs. Diese Forschungsergebnisse wurden ursprünglich in der Zeitschrift „Blood“ veröffentlicht. St Pierre et al. Noninvasive measurement and imaging of liver iron concentrations using proton magnetic resonance. Blood. 2005;105(2):855-61. © American Society of Hematology
Durch die breite Verfügbarkeit von MRT ist diese Technik für die laufende Beurteilung der Körpereisenspiegel und die regelmäßige Beurteilung der Chelatbildung geeignet.
MRT-Nachweis einer Eisenüberladung der Leber
MRT-Bild (R2 Map, Negativbild, Pseudoeinfärbung), das deutlich die Eisenüberladung der Leber zeigt.
Beurteilung des kardialen Eisens
Die MRT ist das einzige nicht-invasive klinisch angewandte Verfahren, mit dessen Hilfe sich kardiale Eisenablagerungen nachweisen lassen. Zwar ist diese Technik weder allgemein verfügbar noch standardisiert, doch ist sie zur Überwachung von Patienten mit hohem Risiko für kardiale Schädigungen durch Eisenüberladung wie zum Beispiel Thalassämie-Patienten als viel versprechend anzusehen.
Der mittels MRT bestimmte Rückgang des kardialen Eisens korreliert mit Verbesserungen der Herzfunktion [36, 39].
Anderson et al [36]. © 2001 Oxford University Press, Nachdruck mit Genehmigung. MRT-Nachweis einer kardialen Eisenüberladung. Eine kardiale T2* MRT-Darstellung zeigt myokardiale Eisenspeicher. Die helleren Ventrikelwände im linken Bild weisen auf eine starke Eisenbelastung hin.
T2* MRT wird offensichtlich bald als neuer Standard zur Messung von kardialen Eisenkonzentrationen gelten. Eine Studie stellte fest, dass ein progressiver und signifikanter Abfall der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) unter einem Myokard-T2* von 20 ms auftrat [36]. Im Allgemeinen gilt: je niedriger T2*, desto höher das Risiko einer kardialen Dysfunktion, wobei T2* <8 ms eine schwere Eisenüberladung nahelegt [36].
Korrelation zwischen T2* und Herzfunktion
Anderson et al [36]. © 2001 Oxford University Press, Nachdruck mit Genehmigung.
Der Effekt verschiedener Eisenchelattherapien auf Myokard-T2* wurde in einer Reihe von Studien beurteilt. In einer randomisierten Studie, die Deferipron (Ferriprox®) mit subkutan verabreichtem Deferoxamin (Desferal®, DFO) bei Patienten mit Thalassemia major ohne Symptome eines Herzversagens verglich, wurde eine signifikante Verbesserung des Myokard-T2* unter beiden Behandlungen beobachtet, wobei die mit Deferipron erzielte Verbesserung stärker ausgeprägt war als die mit DFO [40]. Eine weitere Studie beurteilte den Effekt der Kombinationstherapie mit diesen Wirkstoffen auf T2* und stellte fest, dass das Kombinationsregimen effektiver war als die DFO-Therapie allein [41]. In einer Studie mit dem oralen Chelator Deferasirox (Exjade®, ICL670) wurde eine signifikante Verbesserung des Myokard-T2* bei mit Deferasirox behandelten Patienten mit verschiedenen Transfusions-abhängigen Anämien über einen medianen Nachsorgezeitraum von 13 Monaten beobachtet (Verbesserung des geometrischen Mittels für T2* um 5,1 ms; P=0,013). Eine signifikante Veränderung der LVEF wurde nicht beobachtet [42].
Beurteilung endokriner Organe
In MRT-Untersuchungen des eisenbelasteten Hypophysenvorderlappens wurden funktionelle Korrelationen nachgewiesen [43-46].
Zwar ist die MRT als genaue, nicht-invasive Untersuchungsmethode bei Eisenüberladung viel versprechend, doch wird ihr Nutzen als definitives diagnostisches Verfahren gegenwärtig durch die Variabilität der quantitativen Genauigkeit eingeschränkt, insbesondere, wenn nicht-validierte BildgebungAsprotokolle verwendet werden. Wenn vorhanden, kann die MRT jedoch für den Nachweis einer Eisenüberladung sowie zur Überwachung einer Eisenchelattherapie von Nutzen sein.
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