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EINLEITUNG
Eisenüberladung kann primäre und sekundäre Ursachen haben:
Bei normaler Eisenhomöostase ist durch die Eisenspeicherung in retikuloendothelialen Makrophagen und Hepatozyten eine „Reserve“ vorhanden, die zur Bereitstellung funktionellen Eisens für rote Blutzellen, Erythrozyten und Parenchymzellen mobilisiert werden kann. Das Gleichgewicht zwischen Eisenaufnahme und Eisenverlust bleibt erhalten, und die Akkumulation von Eisen in den Hepatozyten ist gering und in anderen Parenchymzellen praktisch nicht nachweisbar.
Die bei hereditärer Hämochromatose gesteigerte Eisenresorption hat eine allmähliche Akkumulation von Speichereisen in Hepatozyten und anderen Parenchymzellen zur Folge. Hierbei fällt der Anstieg in retikuloendothelialen Makrophagen, zumindest anfangs, nur gering aus.
Bei Patienten mit hereditärer Hämochromatose kann die übermäßige Eisenresorption durch regelmäßige Phlebotomie, die das Erythrozyten-Eisenpools vermindert, ausgeglichen werden. Es kommt zu einer Umverteilung des überschüssigen Speichereisens von den lebenswichtigen Organen in die Erythrozyten und wieder zurück in die roten Blutzellen. Daher sind Aderlässe für Patienten, deren Fähigkeit zur Bildung neuer Erythrozyten nicht eingeschränkt ist, eine wirkungsvolle Behandlungsmethode.
Bei transfusionsbedingter Eisenüberladung stellt der Aderlass keine geeignete Therapieoption dar, da der Erythrozyten-Eisenpool durch die anämische Störung, welche die Transfusionen erforderlich gemacht hat, bereits reduziert ist. Der nach jeder Transfusion auftretende plötzliche starke Anstieg des Erythrozyten-Eisenpools führt, nach Degradation der Erythrozyten, zu einer allmählichen Umverteilung dieses Eisens in die retikuloendothelialen Makrophagen. Aus diesen Zellen wird es anschließend durch Transferrin in die Hepatozyten und andere Parenchymzellen transportiert [1]. Nach wiederholten Transfusionen erreicht bzw. überschreitet die Speicherung des überschüssigen Eisens in den retikuloendothelialen, parenchymalen und hepatischen Zellen rasch jene Werte, die von den normalen Eisenhomöostase-Mechanismen ausgeglichen werden können, und es kommt zur Bildung von Nicht-Transferrin-gebundenem Eisen und anschließender Zellschädigung [2].
Gestörtes Gleichgewicht der Eisenverteilung und -Turnover während der Transfusionstherapie
Hershko et al [2]. © 1998 Blackwell Publishing, Nachdruck mit Genehmigung.
Bei der transfusionsbedingten Eisenüberladung hängen die Höhe des überschüssigen Speichereisens und die Geschwindigkeit der Eisenbeladung von der Anzahl der Transfusionen, die ein Patient erhält, ab. Im Allgemeinen liegen die Eisenspiegel jedoch höher und die damit verbundenen Morbititäten sind häufiger als bei Patienten mit primärer Eisenüberladung.
Eine effektive Eisenchelattherapie ist erforderlich, um das Speichereisen im Körper von Patienten, die regelmäßig Transfusionen erhalten, zu reduzieren. Die Chelattherapie hat eine zweifache Wirkung: (i) Chelierung des „freien“ oder labilen Plasmaeisens (LPI) im Blut, um eine Eisenüberladung der Organe zu verhindern; und (ii) Eliminierung von überschüssigem Eisen aus hepatischen, myokardialen und endokrinen Zellen. Die Chelierung von labilem Eisen ist sehr wichtig, da LPI hochtoxisch ist und, wenn die Eisenüberladung ausreichend hoch ist, 24 Stunden am Tag produziert wird. Jedoch kann eine effektive LPI-Kontrolle durch ständige Präsenz eines Eisenchelators im Plasma erzielt werden.
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